Heinrichsbach

Zwischen Alte Wachenmühle und Forsthaus Faun mündet von Nordwesten der Heinrichsbach in den Wachenbach.

Der Name Heinrichsbachtal oder Heinrichstal ändert sich oberhalb vom Forsthaus Sylvan auf Weihersgrund.

Vom Heinrichsbach, auch Heinrichswasser genannt, wird im Jahr 1666 wird berichtet. Demnach läuft in den Wachenbach "ein kleines Bächlein, "das Cunerichswasser genannt, worin es wenig Fische gibt".
(Quelle: Herberich, J. A., Pfarrbuch von Hafenlohr. Zitiert in Hafenlohr 650-Jahrfeier , 1974).

Über viele Menschenalter hinweg sind im Heinrichstal Spessartwiesen nachweisbar. So werden bereits im Jahre 1540 von Oberndorfer Einwohnern Abgaben für die Wiesen am Heinrichswasser verlangt.
(Quelle: Albert, Peter / Tochtermann, Ernst / Väth, Arnold, 1978: Sagen und Bildstöcke aus Bischbrunn-Oberndorf).

Die Namen Heinrichstal, Heinrichsgrund, Heinrichswasser und Heinrichsbach dürften mit Kaiser Heinrich IV. zu tun haben. Während des Investiturstreits vom Papst für vogelfrei erklärt und mit der Bannbulle belegt, versteckte er sich vermutlich zwei bis drei Jahre auf der heute längst zerstörten Neuenburg bei Triefenstein (Luftlinie etwa 10 km entfernt). Offensichtlich hat die Tatsache, daß der deutsche Kaiser über mehrere Jahre hinweg in der näheren Umgebung weilte, sich tief in der Volksseele eingegraben und zur Namensgebung und zu Überlieferungen in Sagenform geführt.

Es gibt mehrere Sagenkreise zu Kaiser Heinrich IV im Heinrichstal. Einmal soll er sich im Schächerloch versteckt haben, einmal war er auf der Jagd. Ein weiteres Mal soll ihm wiederum ein Köhler Wasser und Brot gegeben haben, als er sich im Wald verirrte. Schließlich wird berichtet, ein Müllersohn habe den Kaiser in seiner Hochzeitsnacht über den Spessart geführt.
Möglicherweise hat er sogar noch direkter in die Entwicklung unseres Raumes eingegriffen und sich nicht nur in der Neuenburg versteckt, sondern an der damals schon wichtigen Via Publica, der späteren Bundesstraße 8, den Ort Esselbach mitgegründet. Nachweise hierfür gibt es keine, doch dürfte ihm gerade wegen des Investiturstreites mit dem Papst die Sicherung der Verkehrswege im zentral gelegenen Mainfranken am Herzen gelegen haben.

Der Lagerstein von 1506

Außerhalb des Schleifthors gibt es einen sehenswerten Grenzstein aus dem Jahr 1506. Es handelt sich um einen sogenannten Lagerstein, eine im Boden eingelassenene Felsplatte. Hier endet der Staatswald und die Gemarkung Steinmark beginnt. Wir können auf dem Stein neben dem Neustädter Klosterwappen das Mainzer Rad erkennen. Außerdem ist das Kürzel "KW" für "Königlicher Wald" mit der Grenzsteinnummer 804 eingeschlagen. Zudem gibt es noch die Abkürzung "WTSTM", die für "Wertheimer Territorium Steinmarker Markung" steht und die # Jahreszahlen 1506, 1677 und 1754.